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Ausfluss in den Wechseljahren: Was ist normal, was verändert sich?

letzte Aktualisierung 02.02.2026, von Julia Rittereiser

Das Wichtigste in Kürze:

🧼Normalität: Vaginaler Ausfluss bleibt auch in und nach den Wechseljahren für die Selbstreinigung wichtig.

♒️Hormonwandel: Sinkendes Östrogen führt oft zu weniger Sekret, dünneren Schleimhäuten und Trockenheit.

🏳️🚩Farbcheck: Klarer oder weißer Ausfluss ist gesund; blutige Spuren nach der Menopause gehören ärztlich abgeklärt.

🦠Infektionsrisiko: Ein steigender pH-Wert macht die Scheidenflora anfälliger für Pilze und Bakterien.

🚰Richtige Pflege: Nur Wasser zur Reinigung nutzen und die Flora ggf. mit Probiotika stärken.

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Ausfluss in den Wechseljahren: Was ist normal, was verändert sich?

In den Wechseljahren durchläuft der weibliche Körper eine der intensivsten hormonellen Umstellungen. Diese Veränderungen machen auch vor dem Intimbereich nicht halt. Viele Frauen sind verunsichert, wenn sich die Beschaffenheit ihres Ausflusses wandelt.  

 

Ist es normal, in den Wechseljahren Ausfluss zu haben?

Ja, vaginaler Ausfluss (medizinisch Fluor genitalis) ist ein lebenslanger Begleiter. Er beginnt vor der ersten Periode und hält bis weit nach den Wechseljahren an. Er erfüllt eine lebenswichtige Reinigungs- und Abwehrfunktion: Das Sekret transportiert abgestorbene Zellen und potenzielle Krankheitserreger aus dem Körper nach außen. In den Wechseljahren verändert sich jedoch oft die Menge. Während einige Frauen aufgrund des sinkenden Östrogenspiegels weniger Sekret produzieren und unter Scheidentrockenheit leiden, bemerken andere zeitweise eine Zunahme. Beides kann im Rahmen der hormonellen Umstellung normal sein.

 

Welche Farbe hat der Ausfluss in den Wechseljahren?

Die Farbe des Ausflusses dient als wichtiger Indikator für die Gesundheit des Intimbereichs.

  • Klar bis milchig-weiß: Dies ist der Normalzustand. Er zeigt an, dass die Reinigungsfunktion der Vagina intakt ist.

  • Gelblich: Leicht gelblicher Ausfluss kann vor oder nach der Periode auftreten oder auf eine leichte Veränderung des pH-Werts hindeuten.

  • Bräunlich oder blutig: In der Perimenopause sind Schmierblutungen aufgrund von Hormonschwankungen häufig. Sie färben den Ausfluss bräunlich. Tritt ein solcher Ausfluss jedoch nach der Menopause (wenn die Blutung über ein Jahr ausblieb) auf, sollte dies immer gynäkologisch abgeklärt werden.

  • Grau oder Gelb-Grün: Diese Farben deuten oft auf Infektionen hin (bakteriell oder parasitär) und sind nicht typisch für einen gesunden Hormonumschwung.

 

Ist geleeartiger Ausfluss in den Wechseljahren normal?

Geleeartiger, spinnbarer Ausfluss ist typisch für die fruchtbaren Tage rund um den Eisprung, da er zu dieser Zeit flüssiger und glukogenhaltig wird. Da in der Perimenopause der Zyklus oft noch unregelmäßig aktiv ist, kann dieser „fruchtbare“ Schleim weiterhin auftreten. Mit fortschreitenden Wechseljahren nimmt diese Form des Ausflusses jedoch meist ab, da die Aktivität der Gebärmutterhalsdrüsen aufgrund des Östrogenmangels nachlässt.

Ist klarer Ausfluss während der Wechseljahre normal?

Klarer und wässriger Ausfluss ist in den Wechseljahren absolut normal, solange er nicht mit Juckreiz oder unangenehmem Geruch einhergeht. Er zeigt, dass die Schleimhäute noch ausreichend befeuchtet werden. Da das Immunsystem und die Vaginalflora im Klimakterium sensibler reagieren, ist klarer Ausfluss ein gutes Zeichen für ein stabiles Milieu.

Warum ist meine Vagina während der Wechseljahre sehr feucht?

Obwohl viele Frauen eher über Trockenheit klagen, gibt es Phasen erhöhter Feuchtigkeit. Dies kann verschiedene Ursachen haben:

  • Hormonelle Spitzen: In der frühen Phase der Wechseljahre kann es zu kurzzeitigen Östrogen-Dominanzen kommen, die die Schleimproduktion anregen.

  • Infektionen: Da der pH-Wert steigt, haben Keime leichteres Spiel. Eine Infektion kann zu sehr flüssigem Ausfluss führen.

  • Lösung im Alltag: In Phasen mit stärkerer Feuchtigkeit greifen viele Frauen heute zu spezieller Ausflussunterwäsche. Im Gegensatz zu herkömmlichen Slipeinlagen ist diese Unterwäsche atmungsaktiv und waschbar. Sie nimmt die Feuchtigkeit zuverlässig auf, ohne das bereits empfindlicher werdende Scheidenmilieu durch Plastikoberflächen oder Parfüme in Einlagen zusätzlich zu reizen.

Wie sieht der Ausfluss bei Östrogenmangel aus?

Ein ausgeprägter Östrogenmangel führt dazu, dass die Schleimhäute weniger Glykogen produzieren. Der Ausfluss wird dadurch oft:

  • Dünner und wässriger: Die Konsistenz verliert oft ihre cremige Textur.

  • Geringer in der Menge: Viele Frauen leiden unter Trockenheit.

  • Anfälliger für Schmierblutungen: Da die Schleimhaut dünner und verletzlicher wird, treten häufiger leichte Zwischenblutungen auf. Hier bietet Periodenunterwäsche eine angenehme Sicherheit. Da die Saugkraft bei diesen Textilien oft variabel ist, eignen sie sich hervorragend für die unvorhersehbaren Schmierblutungen in der Perimenopause, ohne dass man ständig Einwegprodukte verwenden muss.

Hat man in der Menopause noch Zervixschleim?

Da der Zervixschleim direkt durch Östrogen gesteuert wird, verändert er sich massiv. In der Postmenopause produzieren die Drüsen im Gebärmutterhals kaum noch den typischen, fruchtbaren Schleim. Was Frauen dann als Ausfluss wahrnehmen, ist meist ein Sekret der Vaginalwand und nicht mehr der klassische Zervixschleim der fruchtbaren Jahre.

Ist übelriechender Ausfluss ein Symptom der Wechseljahre?

Ein unangenehmer, fischiger oder strenger Geruch ist kein direktes Symptom der Wechseljahre, sondern deutet fast immer auf ein Ungleichgewicht der Vaginalflora (wie eine bakterielle Vaginose) hin. Da der pH-Wert in den Wechseljahren natürlicherweise steigt, haben es krankmachende Keime leichter, sich anzusiedeln. Ein veränderter Geruch sollte daher immer medizinisch untersucht werden.

Hat man nach den Wechseljahren noch Ausfluss?

Ja, auch nach der Menopause bleibt eine gewisse Grundfeuchtigkeit meist bestehen. Sie dient dem Schutz des Urogenitaltraktes. Mehr als 80 % aller Frauen bemerken Veränderungen beim Ausfluss. Wenn die Vagina jedoch völlig trocken wird, kann dies zu Schmerzen oder einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen führen. Etwa 20 % der Frauen leiden auch nach der Menopause unter pathologischem Ausfluss, meist aufgrund der empfindlicheren Schleimhäute.

Entspannt leben mit Ausfluss in den Wechseljahren

Hier sind ein paar Tipps für den Umgang mit Ausfluss in der Menopause:

  1. Gezielte Intimpflege: Reinige den Intimbereich nur mit warmem Wasser, um die ohnehin beanspruchte Barriere nicht weiter zu schwächen.

  2. Die richtige Textilwahl: Trage gutsitzende Unterwäsche. Bei stärkerem Ausfluss oder unregelmäßigen Schmierblutungen ist Perioden- oder Ausflussunterwäsche eine nachhaltige und hautschonende Alternative zu Slipeinlagen. Sie verhindert Staunässe und schont die empfindliche Haut.

  3. Beckenbodentraining: Ein trainierter Beckenboden fördert die Durchblutung des Genitalbereichs und kann helfen, die natürliche Befeuchtung stabil zu halten.

  4. Schutz vor Infektionen: Da der pH-Wert steigt, ist Vorsicht in öffentlichen Saunen oder Schwimmbädern geboten. Eine ausgewogene Ernährung mit Probiotika kann die Flora von innen unterstützen.

Quellen

Frauenärzte im Netz: Wechseljahresbeschwerden / klimakterische Beschwerden

Mayo Clinic: Vaginal atrophy

Hinweis:

Unsere Inhalte dienen der allgemeinen Information und sollen Dir helfen, Deinen Körper besser zu verstehen. Sie ersetzen jedoch keine ärztliche Untersuchung oder Beratung. Wenn Du gesundheitliche Beschwerden hast, unsicher bist oder starke Veränderungen bemerkst, wende Dich bitte immer an Deine Ärztin oder Deinen Arzt.

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