Wie heißt es denn nun eigentlich? Hand aufs Herz – wer hat da nicht schon mal ein Minütchen inne gehalten? Es gibt so viele verschiedene Namen für das 'weibliche' Geschlechtsorgan. Und doch scheint kaum jemand zu wissen, welcher genau überhaupt was beschreibt. #teamkora klärt auf!

Die Palette an Kosenamen und Bezeichnungen ist schier unendlich: Vaginchen, Vulva, Möse, Muschi, Liebeslippen, Pfläumchen, Feuchtgebiet, Himmelsreich, Scheide, Mumu – an Fantasie und Vielfalt mangelt es bei dem Versuch, das 'weibliche' Geschlechtsorgan zu beschreiben, nicht. Einige davon werden halt nur bedauerlicherweise weder im korrekten Kontext angewandt, noch sind sie wertfrei – und selbst der Biologieunterricht stellt diesbezüglich keine Ausnahme dar. Wir erklären Euch, welcher Begriff denn nun eigentlich was bezeichnet.

 

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Scheide? Vagina? Vulva? Die 'weiblichen' Geschlechtsorgane erklärt

Ein erstes ins Wanken geraten folgt bereits, wenn es darum geht, das Geschlechtsorgan als Ganzes zu benennen. Oft wird dazu das Wort 'Scheide' oder auch 'Vagina' gebraucht – die beiden Begriffe sind aber tatsächlich äquivalent zueinander (Vagina ist der lateinische Begriff für Scheide). Tatsächlich ist beides falsch, da Scheide und Vagina ausschließlich den vaginalen Eingang beschreiben. Der, lapidar gesprochen, sichtbare Teil, also die inneren und äußeren Vulva-Lippen (den im Biologiebuch und allgemein gebräuchlichen Namen 'Schamlippen' streichen wir mal bitte aus unserem Wortschatz - no shame in the Vulva Game!!!), Klitorisvorhaut, Klitoriseichel, Venushügel und Damm – das ist die Vulva. Die Vagina benennt nur die Körperöffnung, die den äußeren und inneren Teil sozusagen miteinander verbindet. Dann gibt es ja auch noch die inneren, nicht nach außen sichtbaren, Teile: Gebärmutterhals, Gebärmutter und Eierstöcke.

Vulva Vagina erklärt

Vulvina oder Yoni - Lösungsansätze für die Bezeichnung der 'weiblichen' Genitalien

Die weiblichen Genitalien ‘Vulvina’, also eine Mischung aus Vulva und Vagina, zu nennen, ist der Vorschlag von Aktivistin Ella Berlin. Damit möchte sie den Menschen ein von Selbstbestimmtheit angeführtes Körpergefühl eröffnen. Denn das so häufig (falsch) verwendete Wort Scheide oder auch Vagina bezieht sich im eigentlich Wortsinn auf die Schwerttasche des Mannes. Ganz schön bezeichnend für das immer noch äußerst schwierige Weltbild, das dieses Wort vermittelt, oder? Denn schlussendlich geht es bei dieser Bezeichnung mal wieder um eine Reduzierung auf die Funktion, die die weiblichen Genitalen für einen anderen - genauer genommen, 'männlichen' - Menschen haben.

Das klingt alles andere als romantisch, besonders im Vergleich zu dem Wort 'Yoni'. Diese Bezeichnung steht dafür, dass das Geschlechtsorgan für sich selbst vollständig ist und somit auch selbstbestimmt. In unserem kulturellen Kontext glänzt ein Sammelbegriff, der die 'weiblichen' Genitale als ganzes begreift, eher mit Abwesenheit. 'Yoni’ stattdessen, ein tantrischer Begriff der in Indien, Nepal und hinduistisch geprägten Gebieten in Südostasien verwendet wird, beschreibt das 'weibliche' Genital ganzheitlich (also Vagina, Vulva, Uterus). Aus Sanskrit übersetzt bedeutet 'Yoni' in etwa 'Ursprung' oder 'Quelle'.  

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Ob es prinzipiell sinnvoll ist, Menschen anhand von körperlichen Merkmalen wie Genitalien als 'männlich' oder 'weiblich' einzuordnen, ist sicherlich streitbar und eine Frage, die wir uns weiterhin, auch nach der Einführung des dritten Geschlechts, noch stellen sollten.

Quellen und weiterer Lesestoff:

 

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